Fünf Tage im Hotel Sibon in Jeruzalem: Wenn ein aktives Paar aus der Steiermark die slowenische Toskana entdeckt

Birgit & Thomas, Graz – Steiermark

Eines soll gleich zu Beginn klar sein: Wir sind nicht die Typen, die „nur am Pool liegen und sonst nichts tun“. Wir sind beide 45 Jahre alt, laufen und radeln, und jeden Sommer finden wir einen Grund, an einen Ort zu reisen, an dem wir tagsüber ins Schwitzen kommen und uns abends bei einem guten Abendessen und einem Glas Wein verwöhnen lassen können. Als uns eine Freundin aus Maribor einlud, doch einmal das Hotel Sibon in Jeruzalem auszuprobieren, entschieden wir uns für fünf Tage. Dies ist unser Tagebuch – ohne Filter, ohne gesponserte Floskeln, nur das, was wir wirklich erlebt haben.

1. Tag: Ankunft in den Weinbergen und die erste Überraschung

Von Graz nach Jerusalem sind es gut eineinhalb Stunden Fahrt, was für uns ideal ist – nah genug für ein verlängertes Wochenende, weit genug, um das Gefühl zu haben, wirklich einmal ganz woanders zu sein. Als wir die schmale Straße entlangfuhren, vorbei an Weinbergen, und das Hotel erblickten, das sich an den Hang schmiegt, verstummten wir beide. Der Blick reicht über die sanften Hügel der Prlekija, so weit das Auge reicht.

An der Rezeption wurden wir mit einem herzlichen Empfang überrascht – kein formelles „Willkommen“, sondern ein echtes Gespräch: Woher wir kommen, ob wir bereits gegessen hätten und ob wir irgendwelche Allergien hätten. Das Zimmer war geräumig, mit moderner Einrichtung, und durch das große Fenster hatte man einen direkten Blick auf den Weinberg. Das Bett gehörte zu den besten, auf denen wir je in einem Hotel geschlafen haben – fest, aber nicht zu hart, mit Kissen, von denen wir uns gar nicht mehr trennen wollten. Nach der langen Fahrt machten wir zunächst einen Spaziergang zum Pool, wo uns ein Kellner begrüßte und fragte, ob wir etwas trinken möchten – wir bestellten einen lokalen Sekt, denn – warum auch nicht.

Das Abendessen am ersten Abend war unsere erste richtige Begegnung mit der Küche der Region Prlekija: Kürbissuppe mit Kürbisolie, anschließend Schweinebraten mit Štruklji und dazu ein Glas des lokalen Ren-Rieslings. Der Kellner stellte uns den Wein fast wie ein kleiner Dozent vor – woher die Trauben stammen, wie der Jahrgang war und was er dazu empfiehlt. Das Gefühl, dass einen jemand tatsächlich durch das Abendessen begleitet und nicht nur die Teller serviert, war eine angenehme Abwechslung.

2. Tag: Laufen durch die Weinberge und ein Nachmittag im Wellnesscenter

Als aktive Sportler nutzten wir den ersten Morgen für einen Lauf. Das Personal an der Rezeption empfahl uns eine Runde auf den Weinbergwegen – etwa 8 Kilometer bergauf und bergab, mit Ausblicken, wegen derer wir mehrmals anhielten, nur um Fotos zu machen. Es ist keine Übertreibung zu sagen, dass dies einer der schönsten Läufe war, die wir je unternommen haben.

Nach dem Lauf erwartete uns ein Frühstück, an das wir uns noch gut erinnern werden – hausgemachtes Brot, echter Schinken, frisches Gemüse aus dem Garten und Kaffee, der besser war, als ich es von einem Hotel dieser Größe erwartet hätte. Am Nachmittag besuchten wir zum ersten Mal das Spa-Center des Hotels Sibon. Zwei finnische Saunen mit unterschiedlichen Temperaturen, eine Infrarotsauna und ein Außenbecken für Kneippbäder – nach dem Lauf war das genau das, was wir brauchten. Das unbeheizte Kneippbecken im Freien war zunächst ein Schock für die Füße, doch nach zwei Minuten schon vollkommene Entspannung.

Der Pool ist beheizt und im Infinity-Stil gestaltet – der Rand verschmilzt mit dem Blick auf die Hügel, was für uns der schönste Teil des gesamten Aufenthalts war. Wir haben unsere Getränke direkt vom Wasser aus bestellt, die Speisekarte mit dem Handy gescannt und online bestellt – ein kleines Detail, aber sehr praktisch.

3. Tag: Radtour durch die Prlekija und ein Abendessen nach Prlekija-Art

Am dritten Tag liehen wir uns Fahrräder aus und machten uns auf, die umliegenden Weinstraßen zu erkunden. Die Prlekija ist ein wahres Juwel für Radfahrer – zwar weniger bekannt als die Steirische Weinstraße auf der österreichischen Seite, aber nicht weniger schön und vor allem weitaus weniger befahren. Wir hielten bei einem kleinen Weingut an, wo uns der Gastgeber zu einer Weinprobe einlud, ohne überhaupt zu wissen, dass wir aus dem Hotel kamen.

Am Abend erwartete uns im Restaurant ein Abendessen, das bislang den Höhepunkt unseres Aufenthalts darstellte: Forelle aus einem örtlichen Fischteich, gebratenes Gemüse aus dem Garten und zum Abschluss hausgemachte Gibanica. Die Kellner waren stets aufmerksam, jedoch niemals aufdringlich – genau das richtige Maß an Aufmerksamkeit, das wir beide schätzen, da wir auf Reisen nicht „wie Touristen behandelt“ werden möchten.

4. Tag: Ruhetag, Schwimmbad und Massage

Nach drei Tagen Laufen und Radfahren gönnten wir uns einen Tag ohne Wecker. Den Vormittag verbrachten wir am Pool mit einem Buch und einer Tasse Kaffee, am Nachmittag erwartete uns eine Massage im Spa-Center – angenehm, professionell und ganz ohne Hektik. Die Wellness-Tasche, die bei unserer Ankunft im Spa für uns bereitgestellt wurde (Bademantel, Slipper, Handtuch), war eine schöne Geste, die zeigt, dass man im Hotel Sibon auch an die kleinen Details gedacht hat.

Das Mittagessen haben wir an diesem Tag direkt am Pool eingenommen – einen leichten Salat mit Ziegenkäse und hausgemachtem Öl. Am Abend gönnten wir uns ein Fünf-Gänge-Degustationsmenü, wobei jeder Gang mit einem anderen lokalen Wein kombiniert wurde. Der Sommelier präsentierte jedes Glas mit solcher Leidenschaft, dass wir am Ende noch zwei Flaschen zum Mitnehmen bestellten.

5. Tag: Ein Abschied, der nicht leicht fiel

Am letzten Morgen gönnten wir uns noch einen Lauf durch die Weinberge, diesmal langsamer, ohne Eile – als wollten wir das Gefühl noch etwas verlängern. Das Frühstück war genauso hervorragend wie am ersten Tag, vielleicht sogar noch besser, da wir nun bereits wussten, was wir bestellen sollten. Als wir uns an der Rezeption verabschiedeten, fragte uns das Personal, wann wir wiederkommen würden – und ehrlich gesagt haben wir diese Frage zum ersten Mal seit langer Zeit ohne zu zögern beantwortet: Nächstes Jahr, ganz sicher.

Warum wir das Hotel Sibon aktiven Paaren empfehlen

Für jemanden, der aus der Steiermark in Österreich kommt und ähnliche Weinregionen von zu Hause kennt, ist das Hotel Sibon eine angenehme Überraschung – eine Kombination aus Aktivurlaub (Laufen, Radfahren, Spaziergänge durch die Weinberge), einem hervorragenden Wellnessbereich mit Schwimmbad und Saunen sowie einer Küche, die auf regionalen Zutaten und Weinen aus der Prlekija basiert. Die Betten sind bequem, die Zimmer ruhig und hell, und die Kellner sowie das Personal vermitteln das Gefühl, dass man ein Gast ist und nicht nur eine Buchungsnummer.

Wenn Sie nach einem Reiseziel suchen, an dem Sie tagsüber aktiv die Zeit verbringen und sich abends gutem Essen und Wein hingeben können – dann ist das Hotel Sibon in Jerusalem eine Entscheidung, die wir keinen Moment bereut haben.